Praxis für Eheberatung und Psychotherapie - Marry & Schäfer

Unsere Leistungen

Eheberatung und Paartherapie

Wie entstehen Probleme in Partnerschaften?

Immer wenn Menschen lange Zeit in großer Nähe miteinander leben, ergeben sich Meinungsverschiedenheiten und Interessenkonflikte, die gelöst werden müssen. Das ist normal und kommt in jeder zwischenmenschlichen  Beziehung vor. Denn Menschen sind verschieden und können nicht immer einer Meinung sein.

Probleme entstehen erst, wenn diese Konflikte nicht zugelassen werden oder durch unbewusste, frühe Beziehungsstörungen (sogenannte neurotische Störungen) verstärkt werden. Wir Menschen leben nach inneren Regeln und Mustern, die wir gelernt haben, ohne uns dessen bewußt zu sein. Viele dieser Muster sind eventuell überholt oder unpassend zu unserer aktuellen Lebensituation. Die Bewußtmachung diser Regeln und Muster hilft uns, sie zu bestätigen oder zu verwerfen und über unsere Handlungen beser zu bestimmen.

Auch wenn systemische  Regeln nicht beachtet werden, können Probleme entstehen. Zum Beispiel kann große Nähe ebenso zum Problem werden, wenn sie keinen Abstand mehr zulässt, ebenso wie zu große Vertrautheit, wenn sie keine persönliche, intime Grenze mehr ermöglicht.

Die Polaritäten von Nähe und Abstand, Individualität und Gemeinschaft, Freiheit und Bindung, Treue und Abwechslung, Häuslichkeit und Aushäusigkeit und viele andere, manchmal sich widerstrebende Kräfte wirken auf jedes Paar und verlangen ihm ständige Anpassung ab.

Auch der Wechsel von Lebensumständen, oder verschiedene Stufen der Entwicklung, von der Aufbauphase zur Elternschaft, oder von der Jugend zum Alter, stellen potenzielle Krisenmomente dar, die ein  Mensch oder Paar allein nicht immer lösen kann. 
Wenn die Krise eines Paares nicht mehr mit den üblichen Abwehrmechanismen "gelöst" werden kann, benutzen die Partner zumeist gegenseitige Schuldzuweisung, um sich selbst zu entlasten.

Dabei wäre jetzt eine Einigkeit und Solidarität vonnöten, um sich gegen die eigentlichen Ursachen der Probleme zu solidarisieren. Statt ihre Probleme gemeinsam zu lösen, verschanzen sich die Betroffenen in einen Stellungskrieg, der ihnen die letzten Ressourcen raubt und unweigerlich zur Erschöpfung und -leider oft genug- zum zur Trennung führt. Dabei ließen sich viele Trennungen verhindern, wenn die Passungsarbeit professionell begleitet wird.

Bei einer rechtzeitigen Einleitung kann die Paartherapie diese destruktiven Prozesse bewusst machen und stoppen, oder sogar umkehren und damit dem Paar und den betroffenen Kindern viel Leid ersparen. Sollte eine Trennung unvermeidbar sein, so kann die Mediation zu menschenwürdigen, fairen Vereinbarungen führen, die den Betroffenen seelische und wirtschaftliche Notlagen ersparen können.

Hierzu werden verschiedene Verfahren eingesetzt, je nach Schwere der Problematik; manchmal genügt eine Korrektur der Kommunikation, damit das Paar lernt, kontrollierter und effektiver zusammen zu reden und die gemeinsamen Schwierigkeiten selbst zu meistern, ein andermal müssen die unbewussten Aufträge und Handlungsmuster beider Personen über mehrere Generationen rekonstruiert und in ihrem destruktiven Gehalt untersucht werden.

Binationale Paare

Wenn ein Partner einen Migrationshintergrund hat, so können die kulturellen Unterschiede ganz eigene  Schwierigkeiten verursachen. Ihre Behandlung erfordert spezielle Kompetenzen und fundierter Kenntnisse über die Herkunftskultur, der Muttersprache und den möglicherweise traumatischen Folgen der Migration.

Was der Verlust der Heimat bei einem Migranten für Verunsicherungen auslöst, ist dem deutschen Partner selten bewusst. Umgekehrt erwartet  der  Fremde oft zu viel Anpassung vom deutschen Partner und macht ihn für die manchmal widrigen Leberumstände im Gastland verantwortlich.
Hier bietet die interkulturelle Beratung oft verblüffende Einblicke in die inneren Landschaften des "fremden" und deutschen Partners und trägt entscheidend zum gegenseitigen Verständnis bei.

In  jedem Fall führt die Paarberatung zu einer Klärung. Selbst wenn die beabsichtigte Trennung eines Paares nicht immer verhindert werden kann, so kann die Trennung selbst wenigstens fair und für die Kinder weniger traumatisch verlaufen.